In der Natur zuhause

Nach Hause kommen

Ich befürchte, es klingt abgedroschen: Ich liebe die Natur. Für mich gibt es keinen schöneren Ort und am liebsten verbrächte ich den größten Teil meines Lebens zwischen Bäumen, Wiesen, Flüssen und Seen. Dort wo kaum jemand hinkommt ist es am allerschönsten. Oder zu einer Zeit, wo die meisten noch schlafen. Natürlich hat jeder ein Recht in der Natur zu sein, trotzdem fühle ich mich am wohlsten, wenn ich alleine bin. Nur ich und meine Hündin. Es fühlt sich an, wie wenn man nach einer anstrengenden Reise nach Hause kommt. Ein herrlich erleichterndes Gefühl.

Zurückkehren

Wenn ich eines Tages sterbe, kehre ich für immer dorthin zurück. Davon bin ich überzeugt. Deshalb hat der Tod, wenn ich in der Natur bin, wenig Beängstigendes für mich. Ich bin nicht die Erste, die Folgendes feststellt:

 

Wir Menschen sind Natur. Wir haben es nur vergessen.

 

Wenn wir unsere vier Wände und asphaltierten Straßen verlassen, um an einen natürlichen Ort zu gelangen, erinnert sich etwas in uns daran. Das ist so heilsam und wohltuend. Auf einer unbewussten oder bewussten Ebene erinnern wir uns, dass auch wir Teil der natürlichen Welt sind.

Kindheit und Lebensmitte

Als Kind war ich andauernd in der Natur. Es war der Ort, an dem ich echte und erfundene Abenteuer erlebte. Dort war ich ganz ich selbst. Dann kamen viele Jahre, in denen ich weniger häufig in die Natur kam. Ich hatte keine Zeit. Und ich hatte vergessen, wie sehr sich meine Seele danach sehnte. Ab der Lebensmitte hat sich etwas in mir erinnert. Die äußeren Kämpfe um Anerkennung haben an Bedeutung verloren, sodass ich meiner kindlich zeitlosen Seele regelmäßig die Nahrung geben kann, die sie braucht. Lange und ausgiebige Streifzüge in der Natur. Danach fühle ich mich satt und rund.

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Jule Jawhari

Bachelor of Arts (Theater)

Master of Science (Psychologie)