weder jung noch alt = Lebensmitte

Frauen ab der Lebensmitte
Frauen ab der Lebensmitte

Die Mitte ist immer dazwischen

Eigentlich gibt es die Lebensmitte gar nicht! Erstens wissen wir alle nicht, wie alt wir einmal werden - also kann sich die Lebensmitte je nach Todeszeitpunkt deutlich nach oben oder nach unten verschieben - und zweitens gibt es die Mitte nur, wenn rechts und links davon auch etwas liegt. Bei der Lebensmitte müsste dann davor das junge Leben und danach das alte Leben liegen. Und das ist ja wohl recht absurd. Ich höre nicht mit 39 Jahren plötzlich auf jung zu sein und bin dann, sagen wir mal ab 50 Jahren plötzlich alt. Und zwischen 39 und 50 Jahren war ich eben in der Lebensmitte. Oder definiert man die Lebensmitte als ein einziges Jahr zwischen Geburt und Todeszeitpunkt? Dann waren Menschen, die jung gestorben sind zum Teil schon mit 15 in der Lebensmitte. Nein, natürlich nicht! Die Lebensmitte ist viel eher ein psychosoziales Konstrukt als ein zeitliches Bestimmungskriterium.

Weder jung noch alt = Lebensmitte

Antonovsky (1932-1994) hat zur Definition von Gesundheit und Krankeit die Vorstellung eines Kontinuums geprägt, auf dem sich jeder Mensch zwischen Gesundheit und Krankheit bewegt. Nach dieser Vorstellung ist niemand vollständig krank oder vollständig gesund, sondern eben auf dem Kontinuum irgendwo dazwischen.

 

Ganz ähnlich ist es mit jung oder alt sein, wobei man natürlich schon sagen kann, dass eine 90jährige wirklich alt ist und eine 2jährige wirklich jung. Die beiden Extrembeispiele kommen eben dem Anfangspunkt 'Geburt' und dem Endpunkt 'Tod' sehr nahe. Schwierig sieht es dazwischen aus. Aber vielleicht so:

 

weder jung noch alt = Lebensmitte

Biopsychosozial?!

Das mit der Definition der Lebensmitte hätten wir also geklärt! Wer von sich folgendes sagen kann, befindet sich in der Lebensmitte:

 

"Ich bin weder jung noch alt."

 

Und was war das mit dem psychosozial?

 

Soll heißen, dass sich in der Lebensmitte, also dann wenn wir weder alt noch jung sind, etwas auf psychsozialer Ebene verändert.

 

Ein Beispiel:

 

1) Psycho: Frau ist auf einmal viel selbstsicherer und selbstbewusster als sie das vor ihrer Lebensmitte war.

2) Sozial: Frau verplempert keine Zeit mehr mit Leuten, die ihr auf die Nerven fallen.

 

Als dritte Ebene könnte man noch Bio hinzufügen:

 

3) Bio: In der Lebensmitte bekommen alle graue Haare und Frauen produzieren zunehmend weniger Östrogene.

 

Und schon wären wir beim biopsychsozialen Modell, das in der Medizin und  Gesundheitspsychologie Krankheiten erklären soll. Da die Lebensmitte alles andere als eine Krankheit ist, bitte nicht falsch verstehen!

 

Aber: In diesen drei Bereichen verändert sich eben in der Lebensmitte meist etwas und das auch oft zum Guten!

 

Kennen auch Sie biopsychosoziale Veränderungen der Lebensmitte?

Über Fragen, Anregungen oder Anmerkungen freue ich mich sehr! Bitte hier als Kommentar. Danke!

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