Die Lebensmitte

Meine Lebensmitte begann mit 40

Für mich begann die Lebensmitte mit 40 Jahren. Seitdem sind 4 Jahre vergangen. Ich befinde mich also mittendrin in der Lebensmitte. Mit jedem weiteren Jahr stelle ich fest, dass es immer spannender wird und ich die Lebensmitte als die interessanteste Lebensphase meines bisherigen Lebens empfinde.

Der Schritt von 39 zu 40 hat nichts zu bedeuten

Bevor ich 40 Jahre alt wurde, habe ich jedem erzählt, der Schritt von 39 zu 40 hätte für mich nichts zu bedeuten. Das hat sich als komplett falsch erwiesen. Ich wusste es nicht besser. Ab 40 hat sich für mich so ziemlich alles verändert. Und der Motor dieser Veränderung war ich selbst.

Ab 40 sind Frauen auf der Suche

Ich glaube Frauen ab 40 bzw. Frauen ab der Lebensmitte (nicht für jede Frau mag die Lebensmitte mit der magischen Zahl 40 beginnen) sind auf der Suche. Wir suchen mit neuen Nachdruck nach uns selbst. Waren wir alle die Jahre zuvor mit äußeren Errungenschaften beschäftigt, kommt jetzt die Zeit, wo uns das nicht mehr reicht. 

Sich selbst treu sein

Das Haus ist oft gebaut, die Kinder sind "aus dem Gröbsten", beruflich hat man sich und der Welt hier und da gezeigt, was man kann, und dann kommt die Zeit, in der Frauen sich in erster Linie selbst treu sein wollen. Und das löst diese Suche aus, nach neuen Pfaden.

Authentizität ist unsere Stärke

Ich finde diese Lebensphase so spannend, weil ich selten so viele Vertreterinnen echter Authentizität getroffen habe, wie unter Frauen ab der Lebensmitte. In Gruppen mit Teilnehmerinnen dieser Altersklasse kommt mir geballte Lebenskraft und Energie, gepaart mit sympathischer Kompromisslosigkeit entgegen. Diese Frauen lassen sich nichts vormachen. Versuchen Sie es gar nicht erst! Nur mit eigener Authentizität lassen sich diese Frauen erreichen.

Selbstironie ist jetzt möglich

Frauen ab der Lebensmitte kennen das Leben ganz gut und haben sich die Fähigkeit angeeignet auch mal darüber zu lachen. Es wird nicht mehr alles so todernst genommen und mit gesunder Selbstironie sind sie auch meistens ausgestattet. Was nicht heißt, dass Frauen ab der Lebensmitte nicht zweifeln. Doch, und zwar sehr viel. Gerade jetzt wird hinterfragt, gezweifelt und letztendlich nach der eigenen Wahrheit gesucht.

Sich mit der eigenen Endlichkeit anfreunden

Bis 40 habe ich selten an den Tod gedacht. Seit ich 40 bin denke ich fast jeden Tag an ihn. Ich habe mich inzwischen schon ganz gut mit ihm angefreundet, denn ich sage mir, wenn nicht jetzt, wann dann? Ich möchte nicht eines Tages unvorbereitet von ihm überrascht werden und nicht wissen, wie ich ihm begegnen soll. So mache ich das lieber Tag für Tag und wenn er eines Tages kommt, ist er vielleicht schon ein echter Freund geworden. 

Sind Sie auch eine Frau ab der Lebensmitte?

Ich freue mich über Anregungen oder Fragen zum Thema! Einfach hier als Kommentar...

Ich danke Ihnen!

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Kommentare: 2
  • #1

    AF (Donnerstag, 29 Dezember 2016 22:03)

    Ich befinde mich kurz vor der magischen Zahl 40 ... denke aber schon, an/in/bei meiner Lebensmitte angekommen zu sein. In vielen Ihrer Worte und Aussagen finde ich mich wieder. Das ist sehr schön! Jedoch frage ich mich, wann ich endlich auf die Sprüche und Kommentare anderer gelassener reagieren kann. Wann es mir egal ist, was für eine Aussage jemand über mein Kind, mein Aussehen, mein Haus etc. macht..

  • #2

    Julia Jawhari (Freitag, 30 Dezember 2016 10:24)

    Das kenne ich gut und auch ich ärgere mich noch oft über wertende Kommentare und diese ständigen Statusvergleiche, denen man überall ausgesetzt ist. Neu ist, dass ich ein wenig mehr Distanz dazu gewonnen habe und meinen Ärger auch schneller wieder loslassen kann. Ich glaube, je mehr ich weiß, was mir wirklich wichtig ist und wer ich wirklich „bin“, umso weniger berühren mich Abwertung, Kritik etc. Ich weiß inzwischen, dass mich Konsum und Statussymbole nicht glücklich machen und ich keine „perfekten“ Kinder brauche. Aber natürlich fühlt es sich oft an wie gegen den Strom schwimmen…