Rabenmütter oder was an Weihnachten im Vormarsch ist

Über Rabenmütter an Weihnachten und Schuldgefühle
Rabenmütter an Weihnachten

Schuldgefühle im Vormarsch

Kennen Sie das? Ihre wohlgeratenen Kinder strahlen Sie mit glänzenden Augen und in freudiger Erwartung Ihrer mütterlichen Gaben und Talente ungeduldig an? Und Ihre Schuldgefühle sind gleichzeitig wie kleine Soldaten im Vormarsch, jeder Zeit bereit, Ihnen die Lanze ins Herz zu stossen und dreimal in verschiedene Richtungen umzudrehen? Dann befinden wir uns in der Vorweihnachtszeit!

Was Ihre wohlgeratenen Kindern erwarten

Sie selbst können nicht anders, als sich einzugestehen, dass Sie weder gerne adventsbasteln, noch gerne kreative Ideen für den Adventskalender aushecken, Nikoläuse im Vorgarten verstecken oder glitzernde Girlanden über Balkonabsperrungen drappieren. Das Problem - ihre wohlgeratenen Kinder erwarten genau das von Ihnen! Und Sie wollen Ihren Nachwuchs nur ungern enttäuschen. Denn wer wird nicht gerne abgöttisch geliebt, weil er ganz den Erwartungen an die (moderne?) Mutter von heute entspricht?

Was eine Rabenmutter ist und bleibt

Machen Sie sich nichts vor! Wenn Sie kein natürliches Bedürfnis verspüren, kreative Ideen für den Adventskalender auszuhecken oder Girlanden über Balkonabsperrungen zu drappieren, dann sind und bleiben Sie eine Rabenmutter. Es lohnt sich gar nicht, sich dagegen zu wehren oder so zu tun als ob, denn Ihr Nachwuchs ist nicht auf den Kopf gefallen. Er wird sofort den Unterschied zwischen drappierter Girlande aus einem echten Bedürfnis heraus und der "Schlechte-Gewissen-Girlande" spüren und ein echtes und authentisches Bedürfnis von Ihrer Seite aggressiv einfordern.

Ihr fehlender vorweihnachtlicher Nestbautrieb

Es wird auch nicht helfen, dass Sie regelmäßig die Adventsbotschaften der Liebe Ihres Lieblingsgurus auf Facebook lesen. So wie sich Liebe nicht erzwingen lässt, lässt sich auch eine vorweihnachtlicher Nestbautrieb nicht herbeireden oder -denken. Akzeptieren Sie, dass Sie eine Rabenmutter sind und bleiben und ich verspreche Ihnen, es wird Ihnen schlagartig besser gehen. Es wird Ihnen unter Umständen so gut gehen, dass Sie Ihren wohlgeratenen Kindern mitteilen, Sie hielten sowieso nichts vom ganzen Weihnachtstamatam und die Problematik des abgeholzten Regenwaldes im Zusammenhang mit Schokonikoläusen sei auch nicht zu unterschätzen.

Tipps für Ihr Rabenmutter-Outing

Um die Gefühle Ihrer Sprösslinge nicht zu verletzen, sollten Sie es allerdings bei Ihrem Rabenmutter- Outing nicht übetreiben. Hier ein paar Tipps, die keinem wehtun:

  • Kinder lieben es, wenn man Ihnen etwas zutraut und Ihnen Verantwortung überträgt. Daher können Sie Weihnachtsdekoration und Weihnachtsbäckerei komplett an die Kleinen delegieren. Sie müssen eventuell nur im Hintergrund ein paar Anweisungen geben, das aber auch nur, wenn Ihnen die Sauberkeit Ihrer Küche am Herzen liegt bzw. Sie es zuhause stylisch brauchen und mit Kitsch Probleme haben. Kinder lieben nämliche geschmacklose Dekos.
  • Kinder lieben es, wenn Sie Aufmerksamkeit bekommen. Daher können Sie geschickt die Aufmerksamkeit weg von Weihnachten hin zum Nachwuchs lenken. Erzählen Sie dem Nachwuchs Geschichten, die Ihnen selbst Spaß machen. Oder machen Sie ordentlich Quatsch, dabei amüsieren Sie sich und Ihre Kinder!
  • Kinder lieben Liebeserklärungen. Erklären Sie Ihren Kindern, dass Sie sie lieben, aber Weihnachten trotzdem irgendwie doof und anstrengend finden - das Eine also mit dem Anderen gar nichts zutun hat!

Ihre Erfahrungen als Rabenmutter

Liebe Rabenmütter, wir müssen zusammenhalten! Nichts ist nerviger als die perfekte Mama aus der Nachbarschaft, bei der alles weihnachtlich blüht und gedeiht! Schicken Sie mir Ihre Unterstützung und erzählen Sie mir von Ihren Erfahrungen als Rabenmutter (hier als Kommentare). Danke!

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