Körper "unter" Vergleich

Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper steht im Zusammenhang mit verschiedenen körperlichen und psychischen Erkrankungen. Der Mensch strebt danach, sich selbst zu bewerten und sucht dabei den Vergleich mit anderen (Festinger, 1954). Die Frage, warum Menschen den Vergleich mit idealisierten und unrealistischen Körpern aus den Medien suchen, ist empirisch nicht vollständig geklärt. Aktuelle Forschungsergebnisse können aber konsistent die negativen Folgen dieses Vergleichs für Gesundheit und Wohlbefinden nachweisen.

Die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper (body image dissatisfaction (BID)), die nach der Präsentation „idealer Körper“ häufig festzustellen ist, wird mit verschiedenen psychischen und körperlichen Erkrankungen sowie riskantem Gesundheitsverhalten in Zusammenhang gebracht. Sie gilt als signifikanter Prädiktor für Essstörungen bei Frauen und ist außerdem mit Übergewicht, Depression, sozialer Angst und schädlichem Gesundheitsverhalten zur Gewichtsreduktion assoziiert. Extreme Diäten, selbst induziertes Erbrechen, der Missbrauch von Abführmitteln, das Konsumieren von Diätpillen und exzessives Körpertraining sind in diesem Zusammenhang häufige Verhaltensweisen (Bailey & Ricciardelli, 2010).

 

„Dabei beginnt der Weg in die Krankheit immer harmlos mit einem selbstkritischen Blick in den Spiegel.“ (Pudel 1997).

 

Frauen vergleichen ihre Körper in erster Linie in Bezug auf das Gewicht, wobei ein sehr dünner Körper als erstrebenwert gilt (z.B. Dittmar, Halliwell & Stirling, 2009). Männer streben im Allgemeinen das Ideal des muskulösen Körpers an (z.B. Hargreaves & Tiggeman, 2009).

Auch wenn die Forschung viele Fragen über den Zusammenhang von Vergleichen des eigenen Körpers mit unrealistischen Körperidealen und Gesundheit erhellen konnte, bleiben viele Fragen offen:

 

Sind wir frei uns dem Vergleich zu stellen oder haben wir keine Wahl? Warum suchen wir Vergleiche mit Vergleichsobjekten gegen die wir gar nicht bestehen können? Wann ist ein Vergleich schädlich und wann nicht? Was macht bestimmte Menschen verletzlicher für gesundheitsschädliche Folgen und welche Faktoren schützen uns?

Expressives Schreiben / Übung

Schreiben Sie einen Brief an Ihren Körper und danken Sie ihm für all seine Dienste, die er Ihnen in Ihrem bisherigen Leben erwiesen hat. Bitten Sie Ihren Körper außerdem um Verzeihung, weil Sie ihn schlecht behandelt, vernachlässigt oder ihm wenig Respekt entgegengebracht haben.

 

Tipp: Denken Sie an all die Dinge, die sie gerne tun (z.B. tanzen oder wandern) und bei denen Ihr Körper Ihnen gute Dienste erweist. Konzentrieren Sie sich auf das "Wunder" Ihres Körpers.

 

Ziel: Indem wir unsere Konzentration weg von der "mangelhaften" Erscheinung unseres Körpers lenken und stärker auf seine beeindruckende und wunderbare Funktionsweise bzw. auf das, was wir durch und wegen unseres Körpers erleben dürfen, überwinden wir die einseitige Ausrichtung unserer Bewertung auf sein äußeres Erscheinungsbild.

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