Minimalismus und meine nackten Füße

Heute morgen bei meinem Strandspaziergang habe ich meine Sandalen, ohne nachzudenken, am Strand liegen lassen. Ich wollte beim Laufen die Hände frei haben und die Sandalen lassen sich nicht wie die Turnschuhe am Gürtel festbinden. Als ich dann das Ende des Strandes erreicht hatte, fiel mir plötzlich auf, dass ich nun den gesamten Spaziergang, durch die Dünen bis zum nächten Strand und wieder zurück, auch barfuß gehen musste.

Einen kurzen Augenblick lang zögerte ich und überlegte umzukehren, um meine Sandalen zu holen. Aber ich sagte mir dann, dass es eigentlich kein Problem sei, wenn ich nur vorsichtig Glasscherben und Disteln umgehen würde. Ich lief also erst einmal zögernd mit nackten Füßen durch die Dünenlandschaft und beobachtete dabei all meine Gedanken, die mir über mein Barfußgehen in den Sinn kamen:

"Ich könnte mich verletzen! Wie komme ich mit verletztem Fuß wieder nachhause?"

"Ich könnte in einen Hundehaufen treten, das wäre barfuß äußerst unangenehm!"

"Wenn mir andere Spaziergänger begegnen, werden sie sich wundern, warum ich barfuß unterwegs bin. Ich könnte mich dann dafür genieren!"

Ich bin weder in eine Glasscherbe getreten, noch in einen Hundhaufen. Begegnet sind mir zwei andere Spaziergänger. Der Erste hat meine nackten Füße glaube ich gar nicht bemerkt, da wir uns über die Hunde ausgetauscht haben. Die zweite Spaziergängerin war nackter als ich. Sie trug nur einen Bikini und ein T-Shirt darüber.

Barfußgehen ist die minimalistischste Form der Fortbewegung und ich hätte sie genießen können, wären da nicht all die Ängste und Konventionen in meinem Kopf gewesen. Da wurde mir klar, wie sehr man sich selbst darin hindert, freier zu sein und unnötigen Ballast loszulassen. Denn: "Was könnten die Nachbarn nur denken!" ;)

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